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Was ist ein Busfahrer wert???


Ein Busfahrer der heutzutage nach dem Tarifvertag TV-N, bei Städten und Kommunen in der Lohngruppe 5a eingestellt wird, erhält ca. 1500,00 € Netto für sich und seine Familie.

Bei einem privaten Busunternehmern beträgt der Lohn, nach dem Manteltarifvertrag für die Arbeitnehmer des privaten Omnibusgewerbes des Landes Nordrhein-Westfalen ( NWO) sogar noch weniger.

Ein jeder Busfahrer befördert viele Menschen täglich sicher von A nach B. Dabei fahren sie täglich Busse in jeder Länge von 8 Meter bis 25 Meterfährt, zu jeder Tages- und Nachtzeit und an allen Sonn- und Feiertagen ,sicher durch unsere Straßen und das für einen Nettolohn den manch einer ohne zu arbeiten erhält.

Durch die Teilnahme am Straßenverkehr müssen sie höchst aufmerksam und vorausschauend fahren, werden dabei von anderen Verkehrsteilnehmern geschnitten oder Überholt. Sie müssen stets besonnen handeln um andere Verkehrsteilnehmer und Fahrgäste nicht zu gefährden oder zu verletzen.

Zusätzlich sind sie Ansprechpartner für Fahrgäste und bei Notfällen im Bus, Ersthelfer bis zum Eintreffen der Rettungskräfte.

Sehr oft sind sie hilflos aggressiven Fahrgästen ausgesetzt und werden dabei Opfer von Gewalt. Nicht selten werden sie dabei schwer verletzt und können Wochen oder sogar Monate ihren Dienst nicht ausüben.

So sieht in etwa der Alltag eines Busfahrers aus.

Diese Menschen sollen für vernünftige verantwortungsvolle Arbeit auch vernünftig bezahlt werden.

Im Übrigen zählt der Beruf des Busfahrers neben dem Beruf des Piloten zum zu zweit stressigsten Beruf nach einer Arbeitsstudie der Arbeitsmediziner der Berufsgenossenschaften.

Nach einer Studie fehlen in Deutschland in den nächsten Jahren 20.000 Busfahrerinnen und Busfahrer
.

Die Gründe, dass es sehr schwer ist für diesen Beruf Nachwuchs zu finden, sind unter anderem auch der tägliche Stress auf den Straßen gepaart mit der Situation immer hilflos Opfer von Gewalt zu werden und natürlich die Bezahlung.

Eine große Zahl der Bewerber bricht schon in der Ausbildung ab und verlässt das Busunternehmen wieder. Viele halten den alltäglichen Stress nicht mehr aus und wechseln schon nach kurzer Zeit in einen anderen Beruf.

Als Fazit gilt zu sagen, das der Lohn für die zu leistende Tätigkeit viel zu niedrig ist.

Das Ziel sollte sein, die Politik mehr in die Verantwortung zu nehmen und für bessere Arbeitsbedingungen und bessere Löhne zu kämpfen. Damit jeder bei so einem verantwortungsvollen Beruf, sorglos seine Familie ernähren kann ohne dafür Überstunden leisten zu müssen oder Zuschüsse von Behörden und Ämter erhalten muss, um zu überleben.


Ursprungstext und Bild: Heinz Steffens

Keine Pflicht des Busfahrers zur Überprüfung des f

Oberlandesgericht Bremen, Urteil vom 09.05.2011
- 3 U 19/10 - Keine Pflicht des Busfahrers zur Überprüfung des festen Halts aller Fahrgäste beim Anfahren

Sturz eines Fahrgastes spricht für fehlenden festen Halt
Ein Busfahrer ist nicht verpflichtet vor dem Anfahren zu überprüfen, ob alle Fahrgäste einen sicheren Halt gefunden haben. Vielmehr obliegt es jedem Fahrgast selbst sich einen festen Halt im Bus zu verschaffen. Stürzt ein Fahrgast, so spricht ein Anscheinsbeweis dafür, dass der Fahrgast sich nicht richtig oder gar nicht festhielt. Ein Anspruch auf Schadenersatz scheidet dann regelmäßig aus. Dies geht aus einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Bremen hervor.
Dem Fall lag folgender Sachverhalt zugrunde: Nachdem eine Frau im Februar 2009 einen Gelenkbus bestieg, ging sie durch den Bus, um sich hinter dem Gelenk auf einen freien Sitzplatz zu setzen. In diesem Moment fuhr der Bus jedoch an und die Frau stürzte. Sie klagte daraufhin auf Schadenersatz.
Landgericht gab Schadenersatzklage überwiegend statt
Das Landgericht Bremen gab der Schadenersatzklage überwiegend statt. Der Frau habe wegen dem Sturz im Bus ein Schadenersatzanspruch zugestanden. Sie habe sich jedoch gemäß § 254 BGB ein Mitverschulden von 1/3 anlasten müssen. Denn die Frau habe gegen, entgegen ihrer aus § 14 Abs. 3 Nr. 4 der Verordnung über den Betrieb von Kraftfahrunternehmen im Personenverkehr (BOKraft) ergebenden Pflicht zur Verschaffung eines sicheren Halts, verstoßen. Gegen diese Entscheidung legte das Busunternehmen Berufung ein.
Oberlandesgericht verneinte Schadenersatzanspruch
Das Oberlandesgericht Bremen entschied zu Gunsten des Busunternehmens und hob daher die erstinstanzliche Entscheidung auf. Der Frau habe wegen dem Sturz im Bus kein Anspruch auf Schadenersatz zugestanden.
Kein Fehlverhalten des Busfahrers
Dem Busfahrer sei nach Ansicht des Oberlandesgerichts kein Fehlverhalten anzulasten gewesen. Einen Fahrfehler habe er nicht begangen, da er normal angefahren sei. Ein Busfahrer sei auch nicht dazu verpflichtet vor dem Anfahren zu überprüfen, ob alle Fahrgäste einen sicheren Halt haben. Er dürfe vielmehr grundsätzlich darauf vertrauen, dass sich alle Fahrgäste entsprechend ihrer aus § 14 Abs. 3 Nr. 4 BOKraft ergebenden Pflicht einen festen Halt verschaffen. Nur bei Vorliegen einer offensichtlichen Hilfsbedürftigkeit bestehe eine besondere Fürsorgepflicht. Ein solcher Fall habe hier hingegen nicht vorgelegen, insbesondere reiche für eine Hilfsbedürftigkeit nicht aus, dass es sich um einen älteren Fahrgast handelt.
Überwiegendes Mitverschulden der Frau
Nach Auffassung des Oberlandesgerichts sei davon auszugehen gewesen, dass die Frau ihrer Verpflichtung, zur Verschaffung eines sicheren Halts, nicht nachkam und deshalb stürzte. Gibt es keinerlei sonstige Ursache für den Sturz und ist kein anderer Fahrgast gestürzt, so spreche ein Anscheins Beweis dafür, dass der Sturz weit überwiegend aufgrund einer mangelnden Vorsicht des Fahrgastes verursacht wurde. Zwar könne der Anscheins beweis widerlegt werden, dies sei der Frau aber nicht gelungen. Ihr sei daher ein überwiegendes Mitverschulden anzulasten gewesen.

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